Mit Herz und Überzeugung

Rita Berkholz
Egal, von wo aus ihr der Wind entgegen bläst – Rita Berkholz weiß sehr genau, wo sie mit dem 38. Internationalen Hansetags 2018 in Rostock hin möchte. Foto: Hansetag Rostock/Gesine Schuer

Rita Berkholz besitzt eine lebensfrohe Art und zeigt sich auch in Situationen mit erhöhtem Druck angenehm fokussiert. Ein kühler Kopf und eine ruhige Hand helfen der 30-Jährigen, die als Projektkoordinatorin des 38. Internationalen Hansetags Rostock 2018 unzählige Stapel mit Projektideen auf ihrem Schreibtisch liegen hat.
Nachdem sie im Jahr 2014 noch als Praktikantin im Büro Hanse Sail tätig war, begann mit der Vorbereitung einer sogenannten Beschlussvorlage für die Rostocker Bürgerschaft ihr Tätigkeitsfeld für den Hansetag. „Diese Vorlage stellte schon eine große Herausforderung dar, weil man auf nichts Vergleichbares zurückgreifen konnte“, erklärt die junge Frau, die in der Hansestadt Rostock und somit in ihrem Wunschwohnort lebt. Studiert hat sie hingegen unter anderem in Schweden und den Niederlanden. „Ich war schon auf mehreren Hansetagen und sehe es zunächst als meine größte Aufgabe an, den Menschen den kommenden 38. Internationalen Hansetag zu erklären und sie für dieses tolle Fest zu begeistern.“

Mittlerweile sind zwei weitere Mitarbeiter im Team, die sich um die zentrale Organisation der Märkte und das Delegiertenmanagement kümmern. Es werden immerhin Hansestädte aus 16 Nationen Europas in Rostock erwartet. „Faszinierend an den letzten Hansetagen in Bergen oder Viljandi war für mich der gemeinschaftliche Zusammenhalt der Organisatoren und der teilnehmenden Städte, das hatte etwas absolut Familiäres“, erklärt Rita Berkholz und ergänzt: „Und das, obwohl es sich um zwei grundverschiedene Feste handelte.“ Das lag zum großen Teil an den verschiedenen Kulturen Norwegens und Estlands, aber auch an der unterschiedlichen Herangehensweise der Ausrichter. „In Bergen gab es ein riesiges Angebot für Kinder. Viljandi hingegen setzte eher auf traditionelles Handwerkertum.“ Geeint habe beide Feste das umfängliche Kulturangebot, das vor allem in der 20.000-Einwohner-Stadt Viljandi dank ovaler Open-Air-Bühne und bombastischer Eröffnungsveranstaltung grandios war.

Was ihr Mut mache, sei die Vorfreude anderer Hansestädte auf Rostock und das große Ereignis im Jahr 2018. Rostock ist bekannt für maritime und hanseatische Traditionen, aber die Ambitionen von Frau Berkholz sind auch zukunftsweisend. „Wir wollen in Rostock möglichst Vieles verbinden, denn wir sind unter anderem durch die Universität auch eine junge und innovative Stadt. Das möchten wir definitiv aufzeigen.“ Auf die Frage, ob sie noch ruhig schlafen könne, erklingt ein klares „ja“. „Aber natürlich bleibt es eine riesige Herausforderung.“ Und abseits des Protokolls erklingt im Büro von der lächelnden Frau Berkholz der Spruch: „Nichts ist so arg wie der Hansetag!“

Gesine Schuer