Die Jubiläumskantate

Mit Pauken und Trompeten zum Stadtgeburtstag

Große Ereignisse werden schon immer mit ihrer ganz eigenen Musik gefeiert, zum Beispiel „Oh du Fröhliche“ zu Weihnachten. Es gibt kein Jahresereignis, das nicht mit einem Lied oder einer Hymne besungen werden kann. Genauso ist es auch bei Geburtstagen. Seien es Klassiker wie „Happy Birthday“ und „Hoch soll er/sie leben“ oder ausgefallenere Lieder wie „Viel Glück und viel Segen“ oder „Heute kann es regnen, stürmen oder schnein“, die Liste ist endlos.

Und so wird es auch zum Rostocker Stadtgeburtstag festliche Musik geben: die Jubiläumskantate, komponiert von Karl-Heinz Wahren, beauftragt von der Pro arte Künstlerakademie in Mecklenburg-Vorpommern e.V., wird am 21. Juni, pünktlich zur Eröffnung des Hansetages, uraufgeführt. Natürlich ist dieses Werk in keiner Weise mit den oben genannten Liedern zu vergleichen. Auch wenn die Kantate (vom lateinischen „cantare“) durchaus etwas mit Singen zu tun hat. Denn neben einem großen Sinfonieorchester, vertreten durch die Norddeutsche Philharmonie Rostock, sind auch ein Chor, in diesem Fall der Opernchor des Volkstheaters Rostock, sowie ein Sprecher und Sänger, vertreten durch Folke Paulsen, Teil der Besetzung.

Die Noten der Jubiläumskantate, Foto: Eik Schäfer

Die große sinfonische Besetzung der Kantate mit allein 50 Streichern und einer großen Anzahl an Bläsern wird ein feierlicher Höhepunkt zum Stadtgeburtstag werden. Die eindrucksvolle Komposition wurde am 18. April an das Orchester und den Dirigenten Jon Bara Johansen übergeben, die gleich im Anschluss die erste Orchesterprobe durchführten.

Die Komposition beginnt gut erkennbar und einfach mit dem Chor, der von 100 bis 800 heraufzählt: „100, 200, 300 … bis 800 Jahre! Hurra, es lebe Rostock“. Im weiteren Verlauf des Werkes verarbeitet Wahren die Rostocker Stadt- und Hansegeschichte, mit der sich der Komponist speziell für diese Kreation auseinandergesetzt hat. Gemeinsam mit dem Ensemble wird Sprecher und Sänger Folke Paulsen das Publikum mit auf die Koggen, die traditionellen Schiffe der Hanse, entführen und mit Pauken und Trompeten die Zeit Störtebekers wieder aufleben lassen.

Der Komponist hofft die verschiedenen Elemente verständlich in seiner Musik dargestellt zu haben: „Als Komponist hat man so seine Vorstellungen und denkt, das Publikum versteht, was gemeint ist. Es ist stets ein Wagnis einen Weg zu finden zwischen dem was man sich wünscht das verstanden werden soll und zwischen dem was tatsächlich verstanden wird.“ Gleichzeitig habe ihn diese Spannung in seiner Arbeit beflügelt und ihm sehr viel Spaß an der Komposition bereitet.

Hinter der Kantate

Die Uraufführung eines solchen Werkes lässt sich selbstverständlich nicht alleine auf die Beine stellen. Dazu braucht es viele Hände. Besonders einen Komponisten: Prof. Dr. Karl-Heinz Wahren erhielt die Aufgabe, die Jubiläumskantate zu schreiben. Der Ehrenpräsident des Deutschen Komponistenverbandes ist für sein Schaffen bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Sein Oeuvre umfasst mittlerweile mehr als 60 Kammermusikkompositionen, über 20 Werke für Orchester, mehrere Filmmusiken und Opern.

In Auftrag gegeben wurde die Jubiläumskantate von der Pro arte Künstlerakademie. In 1992 gegründet hat es sich die Initiative zur Aufgabe gemacht, Künstler in Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen, überregional zu verbreiten und diesbezüglich verschiedene Projekte zu verwirklichen.

Vorsitzender Pro arte Künstlerakademie Dr. Bernd Melzer, Dirigent Jon Bara Johansen und Orchesterdirektor der Norddeutschen Philharmonie Hans-Michael Westphal. Foto: Eik Schäfer

Die musikalische Leitung unterliegt Dirigent Jon Bara Johansen. Der Norweger absolvierte sein Studium an der Norwegischen Hochschule für Musik sowie am St. Petersburger Musikkonservatorium. Johansen leitete bereits führende Ochester und Chöre in ganz Europa und dirigierte auch Opern- und Ballettproduktionen. Der Dirigent ist Gründer des renommierten Berliner Residenzorchesters.

Den Ton geben dann der Opernchor des Rostocker Volkstheaters und die Norddeutsche Philharmonie Rostock, der größte Klangkörper in Mecklenburg-Vorpommern. Neben den Bereichen Musik- und Tanztheater gibt das Orchester regelmäßig philharmonische, Kinder- und Jugend- sowie Kammermusikkonzerte. Das Rostocker Orchester ist Teil der Europäischen FilmPhilharmonie, die Filmkonzerte wie Metropolis und Matrix Live – Film in Concert gibt.

Frederike Schirra