Renovierung des Holzkrans

Der Hafen schmückt sich zum Stadtgeburtstag

Noch sieben Wochen, dann wird der Stadthafen gefüllt sein mit Gästen aus den Hansestädten. Ein besonderes Highlight des Hansetages ist die Aktion Hanse Trading, bei der Waren aus den Hansestädten auf Schiffen wie der „Lisa von Lübeck“ oder der „Wissemara“ nach Rostock transportiert und mit der Hilfe des historischen Holzkrans entladen werden. Dafür muss der Kran zunächst noch einer Schönheitskur unterzogen werden. Er wird in den kommenden Wochen renoviert und für den 38. Internationalen Hansetag vorbereitet. Bei strahlendem Sonnenschein begannen am 3. Mai die Arbeiten am Kran.

Eine Skizze aus den Bauplänen des Holzkrans von 1997.

Die Replik des historischen Tretkrans aus dem 19. Jahrhundert schmückt seit 1997 den Stadthafen. Der Nachbau wurde auf der Grundlage von alten Archivdokumenten aus dem Jahre 1809 errichtet und im Dezember 1997 offiziell an die Stadt übergeben. Entgegen der ursprünglichen Lastkraft von 4.000 Kilogramm kann dieser, mit Tretrad angetriebene, Holzkran 200 Kilogramm anheben. Gebaut wurde die Sehenswürdigkeit von der AQG – Allgemeine Dienstleistungs- und Qualifizierungsgesellschaft.

Schritt für Schritt zu neuem Glanz

Die Arbeiten am Kran werden etwa einen Monat dauern. Zuerst werden die Holzwände gründlich abgeschliffen und das Holz restauriert, bevor der Kran einen neuen Anstrich bekommt. Im Anschluss wird das Dach gereinigt und das Seil ausgetauscht, so dass am 21. Juni ab 18 Uhr im Rahmen des Hanse Trading Programms alle Produkte wie zu früheren Zeiten vom Schiff aufs Land kommen.

Um die Instandhaltung des Kranes kümmert sich die BQG „Neptun“ – Gesellschaft für Personalentwicklung und Innovationsförderung mbH. Der Kran wurde bereits 2006 von der BQG restauriert.

Die BQG wurde als Auffang- und Weiterbildungsgesellschaft ehemaliger Werftarbeiter gegründet. Seither waren die Arbeiter dieses Unternehmens mit verschiedenen Projekten beschäftigt, die von Restaurationsarbeiten über Modellbauten bis hin zur Denkmalpflege reichen.

Hanse Trading: damals und heute

Die Idee, Schiffe mit dem Holzkran als öffentliche Aktion zu planen, gibt es nicht erst seit kurzem, sondern wurde schon vor knapp 19 Jahren in die Tat umgesetzt. 1999, zwei Jahre nachdem der Kran an die Stadt übergeben wurde, fand eine Aktion am Stadthafen statt, die dem Hanse Trading ähnlich war. Der Nachbau eines alten Postschiffes, die „Hiorten“ brachte Waren von Schweden nach Rostock, die dann vor den Augen einer großen Menschenmasse mit dem Kran entladen wurde.

Die Arbeiter Alexander Helm, Ricky Barthel und Andreas Mentzel (v.l.) kümmern sich um die Renovierung des Holzkrans. Foto: Alina Günther

Vergleichbar aber in einem größeren Rahmen soll „das Hanse Trading“ ablaufen. Auf verschiedenen Schiffen, unter anderem der „Hiiu Ingel“ aus Estland, die auf dem Weg nach Rostock ihre Jungfernfahrt absolviert, werden Waren aus den europäischen Hansestädten in unsere Stadt gebracht. Die Produkte reichen von Kuchen und Senf bis hin zu Bier und Sekt. So kommen beispielsweise Bio-Apfelringe der Firma Martins Bio GmbH aus Greifswald, abgepackt in 800 Tüten zu jeweils 38 Gramm. Dieses Spektakel kann man gleich zweimal bewundern am Donnerstag von 18 bis 18.30 Uhr am historischen Holzkran und am Freitag von 10 bis 11 Uhr an der Silo-Halbinsel durch das Hansevolk zu Lübeck.

Mehr zum Hanse Trading finden Sie in unserem Programm.

Frederike Schirra