Wie funktioniert der Hansebund der Neuzeit?

In Rostock entscheiden 115 Hansestädte, wie es weiter geht

Wie auf Hansetagen üblich, werden auch die Organe des Städtebundes DIE HANSE zur 38. Auflage in Rostock tagen. Das passiert zwar nicht öffentlich, aber letztlich sind die Sitzungen wichtig für die Strategie des Städtebundes und die Ergebnisse werden danach transparent publiziert.

Am 22. Juni 2018 finden die Präsidiums- und die Kommissionssitzung statt. Am 23. Juni 2018 tagt die Delegiertenversammlung in der Kirche St. Nikolai.

Klare demokratische Aufgabenverteilung

Wie greifen diese demokratisch gewählten Gremien ineinander, die auf der Basis der beschlossenen Satzung des 20. Hansetages im Mai 2000 im niederländischen Zwolle agieren?

Im Präsidium sitzt der Vormann, das ist der 1. Bürgermeister Lübecks, der zugleich Präsident des Gremiums ist. Durch die Delegiertenversammlung werden die vier Stellvertreter aus mindestens drei europäischen Hansestädten für die Dauer von drei Jahren gewählt. Das Präsidium bereitet u.a. die Kommissionssitzungen und die Delegiertenversammlung vor, stimmt Projekte der HANSE ab, koordiniert sie und spricht Empfehlungen zur Durchführung aus, worüber in der Delegiertenversammlung entschieden wird.

In der Kommission sind 26 Mitglieder vertreten. Das ist zunächst je ein Mitglied einer Hansestadt eines Landes. Deutschland kann aufgrund der Vielzahl der Hansestädte fünf Mitglieder entsenden. In dem Gremium sitzen ein Vertreter der Youth Hansa und die fünf Präsidiumsmitglieder sowie mit beratender Stimme die Ausrichter des letzten und der nächsten drei Hansetage.

Aufgaben der Kommission sind u.a. die Wahrnehmung des Vorschlagsrecht für die Wahl des Präsidiums an die und die Vorbereitung der Delegiertenversammlung selbst oder die Erarbeitung konkreter Vorschläge in Bezug auf die Politik und Organisation des Städtebundes DIE HANSE.

Oberstes Organ des Bundes ist die Delegiertenversammmlung, an der alle Mitgliedsstädte teilnehmen können. Beschlüsse werden mit der Mehrheit der anwesenden Mitgliedsstädte gefasst. In Rostock werden Vertreter von 115 Hansestädten erwartet.

Die Hansestadt Rostock empfängt die Delegierten mit offenen Armen. Foto: Danny Gohlke
Auf den Versammlung werden spannende Themen besprochen. Foto: Danny Gohlke

Diese Beschlüsse reichen von der Aufnahme neuer Mitgliedsstädte und Satzungsänderungen über die Wahl des Präsidenten und der Präsidiumsmitglieder bis zur Vergabe der Hansetage oder die Zulassung von Projekten der Hanse, beides auf Vorschlag der Kommission.

Aktivitäten an der Basis

Ergänzt bzw. ausgefüllt werden diese „großen Sitzungen“ durch Zusammenkünfte einzelner Projektgruppen, so z.B. der „Hanse Gilde“ oder von „HANSEartWORKS“ ebenso wie die Sitzung des „Hansevereins“ oder die Gründung des „Hansebundes MV“.

Und schließlich zählen zu den protokollarischen Aktivitäten auf dem 38. Hansetag in Rostock mit Einladung der Empfang der gastgebenden Hansestadt am 21. Juni, der Lübeck-Abend am 22. Juni oder der Empfang der russischen Stadt Pskow, Ausrichterin des 39. Internationalen Hansetages am 23. Juni.

Auch auf vergangenen Hansetagen wurde viel besprochen. Foto: Annika Schmied