Handel und Gerechtigkeit müssen zusammengehören

Unter dem Motto „Grenzenlos glücklich – live blessed“ fand am Sonntagvormittag der Ökumenische Gottesdienst zum 38. Internationalen Hansetag in der Rostocker Marienkirche statt. Das friedliche Miteinander in Handel und Wandel stand dabei im Vordergrund der Predigten.

Zunehmender Nationalismus und der Zerfall der europäischen Idee prägen heutzutage die Meldungen in den Medien. Die Idee der modernen Hanse und ihres Hansetages ist die richtige Antwort darauf: Einfach Handeln, Menschen und Völker miteinander verbinden und den Frieden wahren – über Ländergrenzen hinweg. Die Bischöfe Dr. Andreas von Maltzahn (Schwerin), Dr. Stefan Heße (Hamburg) und Chediel Sendoro (Tansania) betonten, dass zum freien Handel aber auch die Gerechtigkeit und gerechte Lebensverhältnisse zählen und nicht missachtet werden dürfen. Ihre Mahnung an die „Hanseaten“, die in der Kirche saßen, fand großen Anklang.

Rostocker Gemeindemitglieder, Delegierte des 38. Internationalen Hansetages und Besucher feierten am Sonntag den ökumenischen Gottesdienst in der Marienkirche. Foto: Danny Gohlke
Bischof Dr. Andreas von Maltzahn, Erzbischof Dr. Stefan Heße und Bischof Chediel Sendoro (v.l.), Foto: Danny Gohlke

Begleitet wurde die gesamte Veranstaltung von der Bläsergruppe von Rostock Brass und dem Chor der Rostocker Innenstadtgemeinde. Die Gäste sangen ihre Lieder auf Deutsch, Englisch und Russisch, auch die Lesungen wurden in die drei Sprachen übersetzt. Beim anschließenden „Get Together“ konnten sich die Gemeinden noch näher miteinander austauschen und neue internationale Kontakte knüpfen. „Die Menschen sollen in Freiheit und über Grenzen hinweg leben und handeln können. Die moderne Hanse ist ein sehr gutes Beispiel, wie so etwas funktionieren kann“, analysierte der Bischof Maltzahn in seiner Predigt. Zum Ende des Gottesdienstes wurde Geld für ein sozialdiakonisches Projekt in der Hansestadt Pskow gesammelt, wo der nächste Hansetag 2019 stattfinden wird.

 

Jakob Schranck