Symbol für Freiheit

Das “Ship of Tolerance”

Nur 14 Tage brauchten die Erbauer des „Ship of Tolerance“, um es zu zimmern. Nun liegt es im Stadthafen neben dem Aida-Gebäude. Die durch das Künstlerehepaar Ilya und Emilia Kabakov entwickelte Kunstaktion gibt es seit 2005. In Rostock liegt bereits das elfte gebaute „Ship of Tolerance“.

„Die Vision der Aktion ist es, ein altes Thema aufzugreifen. Völkerbewegung geschah meist über das Wasser“, erzählt Guntram Porath, der Projektleiter des Rostocker „Ship of Tolerance“. „Das Schiff ist ein Symbol für Freiheit und die Zusammenführung von Kulturen.“

Das Projekt führt die Völker auf eine ganz spezielle Weise zusammen – die Segel des Schiffes werden von Freiwilligen gestaltet. Porath organisiert dafür immer wieder Veranstaltungen, bei denen Jung und Alt zusammenkommen. Dabei sind Menschen von unterschiedlicher Hautfarbe, Kultur, Religion oder auch Menschen mit Beeinträchtigungen. „Es ist toll zu sehen, wie alle zusammenarbeiten und versuchen, schöne Motive für die Segel zu finden“, sagt Porath freudig.

Das „Ship of Tolerance“ liegt noch bis Oktober im Ludewigbecken des Rostocker Stadthafen. Foto: Lara Lichtenthäler
Johanna Issak, Karmel Laats und Laura Pennar (v.l.) sind Youth Hansa-Mitglieder. Für das „Ship of Tolerance“ bemalen sie ein Segel. Foto: Lara Lichtenthäler

Mit an den Segeln arbeiten auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Youth Hansa-Gruppe. Etwa 40 von ihnen haben sich Sonntag früh bei Nieselregen vor dem Schiff versammelt. Trotz des Wetters bemalten sie etwa 20 Segelstücke, die der Fläche von einem Quadratmeter entsprechen. Einige der farbenfrohen Stücke werden in das Segel des Schiffes integriert, andere hängen in der Kunsthalle oder der Stadt aus. Auch Annabell Schulz aus dem brandenburgischen Kyritz ist dabei: „Die Aktion finde ich sehr cool. Es ist wichtig, auf das Thema aufmerksam zu machen.“

 

Lara Lichtenthäler